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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

Globales Erbe der Natursteinvorkommen, Expertengruppe tagt in Würzburg

25.07.2018

Das UNESCO-Welterbe ist jedem ein Begriff. Für manchen ist es aber neu, dass die Objekte, denen dieser Titel verliehen wurde, oft aus Naturstein gebaut sind, der ein nicht minder wichtiges Erbe darstellt.

Foto: Residenz Würzburg / Foto: gutconsult

Die International Union of Geological Sciences (IUGS), eine der größten nicht-staatlichen, wissenschaftlichen Organisationen weltweit, hat auf ihrem 33. Weltkongress in Oslo 2008 beschlossen, einen neuen Titel für das Natursteinerbe einzuführen: „Global Heritage Stone Resource“ kurz GHSR, (“Globales Erbe der Natursteinvorkommen”).

Seit 2011 gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der UNESCO und ihren beratenden Gremien IUNC (Welt-Naturschutz-Union), ICOMOS (Denkmalschutz) und ICCROM (Internationales Forschungszentrum für Denkmalpflege und Restaurierung).

Beim Deutschen Naturwerkstein-Verband e.V. (DNV) tagte nun zum ersten Mal eine deutsche GHSR-Arbeitsgruppe, bestehend aus Naturwerkstein-Fachleuten, Geologen und Denkmalpflegern, die die Beantragung zur GHSR-Zertifizierung ausgewählter deutscher Naturwerksteine initiieren und koordinieren wird. Voraussetzung für eine internationale Nominierung ist, dass der Stein überregional (möglichst international) und an herausragenden Bauwerken verwendet wurde bzw. wird und auch heute noch in Abbau steht.

Neben der internationalen GHSR-Kennzeichnung will die Arbeitsgruppe nach dem Vorbild der IUGS auch eine nationale Kennzeichnung für historisch bedeutende Naturwerksteine erarbeiten. Ihre Verwendung kann regional bis überregional sein. Dabei können auch Naturwerksteine, die nicht mehr in Abbau stehen, benannt werden, wenn ihre Bedeutung für Bauten in der Region ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Entscheidungsträger gerückt werden soll; Ziel ist es, für Restaurierungen einen temporären Abbau zu ermöglichen oder zumindest den Einsatz materialgerechter Ersatzgesteine zu garantieren und bei Abriss diese Steine zu sichern und vorzuhalten.

Angesichts der Schließung vieler Natursteinabbaue wie z. B. die angekündigte Einstellung der heimischen Schiefer-Produktion in Mayen-Katzenberg zum Ende 2019 werden die noch verbliebenen aktiven deutschen Naturstein- und  Dachschiefer-Vorkommen umso schützenswerter.


Dr. H. Wolfgang Wagner
Fachjournalist
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Die Würzburger Residenz, UNESCO-Welterbe, besteht gleich aus 2 GHSR-Natursteinkandidaten: Keupersandstein an der Fassade, Unterdevonschiefer auf dem Dach.