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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

Wiedereröffnung eines alten Steinbruchgebietes

11.05.2018

Die Wiedereröffnung eines alten Steinbruchgebietes in dem seit kurzem der Untererlbacher Burgsandstein abgebaut wird, soll künftig den Erhalt und die sachgerechte Restaurierung von Denkmälern und Altbauten der Nürnberger Region unterstützen. Die heimischen, originalen charakteristischen Sandsteine gewinnen somit an neuen Varietäten. Auf der Stone+tec 2018 wird der Burgsandstein erstmals auf der Sonderschau „Unser Naturstein – Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft“ sowie auf dem Messestand der Firma Stein Müller vorgestellt.

Abbaugebiet Untererlbach, Foto: Firma Stein Müller, Kleinlangheim

Häufige Nachfragen zu dunkelroten bis rotbraunen Burgsandstein, wie er an zahlreichen Denkmälern verbaut wurde, veranlassten die Firma Stein Müller aus Kleinlangheim selbst aktiv zu werden und die Gewinnung des Steinmaterials anzugehen. Die jahrzehntelange Erfahrung der Steingewinnung sammelte Siegfried Müller mit seinem Team in den unterfränkischen Brüchen von Abtswind, Castell und Mönchsondheim, in denen grünlich-graue Schilfsandsteine sowie gelber Werksandstein abgebaut werden.

Die Suche nach historischen Burgsandsteinbrüchen führte letzten Endes nach Untererlbach / Spalt, einem ehemals bedeutenden mittelfränkischen Steinhauerort, aus dem bereits Steine u. a. für die St. Lorenz-Kirche in Nürnberg gewonnen wurden.

Im Oktober 2017 begann der Probeabbau des Untererlbacher Burgsandsteines. Bereits die ersten Schürfungen ließen verschiedene Varietäten sowie Qualitäten des Steinmaterials erkennen. Von anfänglich sehr „weichen“ Sandsteinlagen, wird allmählich auf relativ festes Material gestoßen, welches verschiedene Farbgebungen und Texturen aufweist. Neben der erhofften dunkelrot bis rotbraunen Farbigkeit, welche teilweise mit dunkelgrauen bis schwarzen Maserungen durchzogen werden, erscheinen auch helle rosa-graue und gelbliche Farbnuancen sowie rötliche Steine mit hellen, rundlichen Flecken. Es werden im momentanen Probeabbau bereits Blöcke von bis zu 3 Kubikmetern gewonnen.

Erste Druckfestigkeitsprüfungen des grobkörnigen Burgsandsteins ergaben Festigkeiten von  10 N bis hin zu 25 N.  Die Werte dienen vorab zur Orientierung und zur ersten Einschätzung des Materials. Im weiteren Verlauf des Steinabbaus wird  das Gestein genau untersucht und auf dessen Eigenschaften überprüft werden.

Auf der Sonderschau „Unser  Naturstein – Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft“ sowie auf dem Messestand der Firma Stein Müller auf der Stone+tec 2018 wird der Untererlbacher Burgsandstein erstmals vorgestellt. Die Wiedereröffnung eines alten Steinbruchgebietes bzw. der Abbau des Burgsandsteines bietet in Zukunft die Möglichkeit, den Bedarf an heimischen, originalen charakteristischen Burgsandsteinen in verschiedenen Varietäten für die Erhaltung und sachgerechte Restaurierungen von Denkmälern und Altbauten der Nürnberger Region zu liefern bzw. zu unterstützen.