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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

Nachhaltiges Bauen: Naturstein punktet mit Energieeinsparungen

Mit einem integrierten Energie- und Klimaprogramm will die Bundesregierung den CO2-Ausstoß in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent senken. Teil des Programms sind neben umwelt-, wirtschafts- und forschungs- vor allem baupolitische Rahmensetzungen. Natürliche Baustoffe wie beispielsweise Naturstein rücken wieder in den Vordergrund. „Als Baumaterial reduziert Naturstein den CO2- Ausstoß erheblich“, erklärt Reiner Krug, Geschäftsführer des Deutschen Naturwerkstein-Verbands (DNV). Einer der Gründe: für die Herstellung des Natursteins wird lediglich bei der Gewinnung und Bearbeitung Energie verbraucht. Wegen der großen Gesteinsvorkommen in Deutschland sind die Transportwege für das Baumaterial zudem kurz. Naturstein ist überdies ein altbewährtes Baumaterial. Betrieb und Instandhaltung von Natursteinbauten erfordern kaum Energie.

Wohn- und Geschäftshaus München, Nominierung DNP 2013. Foto Stefan Müller, Berlin

Nicht wenige Architekten und Bauplaner fürchten die Investitionskosten für Naturstein und greifen auf vermeintlich kostengünstigere Baustoffe zurück. Nicht nur bei Großbauten im öffentlichen Sektor, auch bei Prestigeprojekten privater Bauherren wird jedoch zunehmend auf die Nachhaltigkeit der Gebäude und die Gesamtkosten während der Nutzung geachtet. Ein Umstand, der Naturstein letztlich in die Hände spielt – ist das Material doch gemessen an seiner Nutzungsdauer günstiger als künstliche Baustoffe. „Den Investitionskosten stehen die langfristig günstigen Unterhaltskosten sowie die hohe Lebensdauer entgegen,“ erläutert der Geschäftsführer des DNV den Kosten-Nutzen-Vorteil des natürlichen Baumaterials. „Während viele Baustoffe im Laufe der Jahre unansehnlich werden und intensiver Reinigungs- und Erhaltungsmaßnahmen bedürfen, erhält Naturstein mit den Jahren eine natürliche Patina. Bei vielen Natursteine bleibt auch nach Jahrzehnten das optische Erscheinungsbild nahezu unverändert.“ Der Aufwand für Reinigungs- und Wartungskosten bleibt daher gering. Zudem zeichnet sich Naturstein durch seine hohe Wärmespeicherkapazität aus. Anders als beispielsweise für moderne Glasbauten wird für die Heizung und Kühlung von Gebäuden mit Fassaden aus Naturstein nur wenig Energie benötigt. Denn Naturstein absorbiert die Wärmestrahlung der Sonne und verhindert so die ungewollte Aufheizung des Gebäudes.

Geringer Energiebedarf, gute Verwertbarkeit
Experten schätzen, dass bis zu 50 Prozent aller dem Verbraucher zur Verfügung stehenden Energie im Bauwesen verbraucht wird. Gerade künstliche Baustoffe erfordern im Herstellungsprozess häufig einen hohen Energieaufwand. Anders Naturstein: Als ein im Laufe von Jahrmillionen gewachsenes Material befindet sich der Baustoff nahezu fertig in der Natur. Der Abbau im Steinbruch erfolgt schonend ohne großen Energieaufwand. Die Transportwege sind kurz: Naturstein ist in großen Mengen in vielen Regionen Deutschlands vorhanden. Zwar konkurriert das heimische Material mit Angeboten aus Wachstumsländern wie Brasilien, China und Indien – dies jedoch zu Lasten der Energiebilanz: Lange Transportwege erhöhen sowohl den Energieverbrauch als auch die Umweltbelastungen. Geht es um die Frage des Materials, verliert bei Großbauten Naturstein aus Gründen der „moderneren“ Optik häufig gegenüber Glas. Während im klassischen Wohnungsbau herkömmlichen Lochfassaden häufig der Vorzug gegeben wird, setzen Architekten und Planer bei Großprojekten gern auf gläserne Außenhüllen. Aufwändige Klimaregulierungen sind zumeist die Folge, Angaben zum Gesamtenergieverbrauch bleiben gern vage, erforderliche Licht-Wärme-Verschattungen der Glasflächen sorgen für zusätzlichen Kunstlichtbedarf, wie das Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt (www.iwu.de) in einer umfangreichen Studie feststellte. Auch der aktuelle Bericht des Bayerischen Obersten Rechnungshofs (www.orh.bayern.de) zum Thema schließt mit dem Fazit, großflächige Verglasungen seien mit ästhetischen Gründen allein nicht mehr zu rechtfertigen und sollten nur in begründeten Ausnahmefällen zur Ausführung kommen. Denn die Kosten von´Fassadenflächen steigen – ebenso wie die Betriebskosten – mit der Verwendung von Glas enorm. Dabei sind eine offene, leichte Raumgestaltung und Naturstein keine Gegensätze, wie der Bau des preisgekrönten Deutschen Historischen Museums in Berlin beweist. Heller Kalkstein, kombiniert mit Glaselementen, ermöglicht im Innern des dreieckigen Gebäudes eine nahezu perfekte Nutzung der Lichtverhältnisse – und das bei gering gehaltenem Energieverbrauch. Effizient ist Naturstein auch bei den Möglichkeiten der Wiederverwertung. Im gesamten Kreislauf der Natursteingewinnung, -bearbeitung und -rückführung an die Natur geht nichts verloren. Der beim Abbau nicht verwendete Naturstein wird unmittelbar zum Füllen abgebauter Teile des Steinbruchs eingesetzt; bei der Verarbeitung anfallende Gesteinsreste werden im Garten- und Landschaftsbau, für Mauerwerk, zum Belegen von Terrassen sowie
zur Herstellung von Schotter genutzt.

Kurzportrait Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.
Der Deutsche Naturwerkstein-Verband mit 150 Mitgliedern und Sitz in Würzburg vertritt die Interessen der deutschen Naturwerkstein-Industrie. Der Verband fördert die Verwendung von Naturstein und trägt dazu bei, die Qualität der Bauten aus Naturstein zu verbessern. Er berät und unterstützt in fachlichen Fragen und hilft bei der Erarbeitung bautechnischer Regeln für die Anwendung von Natursteinen im Baubereich. Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandstätigkeit ist die Förderung der Grabmalindustrie. Der Deutsche Naturwerkstein- Verband ist ideeller Träger der Stone+tec, Fachmesse für Naturstein, in deren Rahmen er alle zwei Jahre den Deutschen Naturstein-Preis vergibt.

Pressekontakt
Communication Harmonists
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