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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

Naturstein im öffentlichen Raum: Auf die Plätze!

Historische Ortsmittelpunkte, die typischen Gebäude im Kernbereich der Ortschaften – Kirche, Pfarrhaus, Schule, Rathaus und die früher meist gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen wie Brunnen oder Pumpe, Backhaus, Feuerwehrgerätehaus, Viehwaage und Milchsammelstelle – treten heute wieder verstärkt in das Bewusstsein vieler Bürger, Architekten und Stadtplaner. Der »öffentliche Raum« wurde (wieder) entdeckt. Naturstein ist hier wieder zu einem wichtigen Gestaltungsmittel geworden, denn Platzgestaltungen aus Naturstein überzeugen; ökonomisch und ökologisch.

Öffentliche Räume waren einst die zentralen Lebensräume der Menschen, waren Bereiche der Kommunikation gemeinschaftlichen Lebens, waren signifikante Orte gesellschaftlicher Manifestation oder politischer Demonstration. Im 19. und vor allem im 20. Jahrhundert verkamen die öffentlichen Räume dann immer mehr zu Drehscheiben und Knotenpunkten des Verkehrs. Doch schon seit einigen Jahren weisen Stadtplaner und Stadtforscher auf die Gefahren hin, die den gewachsenen baulichen und sozialen Strukturen der alten Ortskerne durch die ausschließlich an wirtschaftlichen Interessen orientierten Stadtentwicklungen drohen. Viele Städte und Gemeinden haben dies erkannt und wollen mit der Neugestaltung der historischen Ortsmittelpunkte eine deutliche Steigerung des gemeindlichen Selbstverständnisses verbinden. In der Wiederherstellung und Pflege dieser historisch gewachsenen Orte ist Naturstein zu einem wichtigen, »identitätsstiftenden« Baustoff geworden. Naturstein kann nicht nur dazu beitragen, das Bild dieser Orte neu zu prägen ,Naturstein ist daneben auch ein sehr wirtschaftlicher und ökologisch einwandfreier Baustoff. So wird Bodenbelägen aus Naturstein von einem renommierten deutschen Wirtschaftsforschung-Institut, bei richtiger Handhabung, eine deutlich längere Lebensdauer bescheinigt, als dies bei vergleichbaren Produkten der Fall ist. Ob ein Dorfplatz neu gestaltet werden soll, ob eine Fußgängerzone angelegt wird oder ob mit einem neuen Brunnen wieder ein Ortsmittelpunkt entstehen soll – überall dort, wo es um Um- oder Neugestaltungen »öffentlicher Räume« geht, steht heute Naturwerkstein als Werkstoff im Mittelpunkt.
 
Wurden noch vor wenigen Jahren die Plätze oft nur als Bühne für die kostbar wiederhergestellten Gebäude angesehenen, so sind heute neben den historischen Gebäuden vor allem auch die Plätze in den Ortskernen wichtig geworden. Diese »kleinen Werte«, die oft unter der Schwelle der Denkmalwürdigkeit liegen, jene Plätze, die keinen kunsthistorischen oder volkskundlich verbürgten Stellenwert besitzen, sind für jeden Steinmetzen eine Gestaltungsaufgabe, und Naturstein ist hier das geeignete, Gestalt gebende Material. Denn nicht nur die großen Gestaltungsaufgaben, sondern gerade auch die kleinen, im Detail oft komplizierten Gestaltungen sind ein »klassisches Steinmetzthema«. Ob Ruhebänken in Parkanlagen, ob Kinderspielplätzen, ob Ortszeichen, Wegweiser, Hinweistafeln, oder Gedenkstätten, Steinmetze und Natursteinfachleute können hier Gestaltungsaufgaben ausloten und Lösungsideen einbringen. Wichtig ist es, die richtigen Maße zu finden und Profile in richtigen Proportionen und stilgerechten Formen zu entwerfen. In vielen Fällen unterschätzt man diese Forderung heute oder bewältigt sie oft nur unzureichend, denn gerade in diesem Bereich muss moderne, zeitgemäße Gestaltung häufig mit alten Formen konkurrieren, muss das Gespür für eine Harmonie zwischen beiden entwickelt werden. Abgesehen von den anspruchsvollen bildhauerischen Gestaltungen genügt es oft schon, angemessene Oberflächenbearbeitungen zu wählen.  Naturstein ist auch in diesem Bereich zu einem herausragenden Gestaltungsmittel geworden. Hier, wie in allen anderen Bereichen zeitgenössischer Architektur, ist die Individualität das Maß aller Dinge. Naturstein ist ein »Trendmaterial«; und wird es – glaubt man den einschlägigen Analysen – für viele Jahre bleiben.