Literatur Newsletter Login
Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

Wirtschaftlich und ökologisch

Naturwerkstein findet sich als Baustoff in nahezu fertiger Form in der Natur. Es ist ein im Laufe von Jahrmillionen gewachsenes lebendiges Material. Für seine eigentliche Herstellung ist kein Energiebedarf notwendig. Lediglich bei der Gewinnung und Bearbeitung wird Energie verbraucht; der Anteil ist jedoch im Vergleich mit anderen Baustoffen gering.

Der Abbau erfolgt meist in relativ kleinen Steinbrüchen ohne große Sprengungen. Der nicht verwendete Abraum kann unmittelbar zum Verfüllen abgebauter Teile des Steinbruchs eingesetzt werden. Falls das nutzbare Vorkommen erschöpft ist, kann sich eine weitere Nutzung des Steinbruchs in vielfältiger Form anschließen. Es gibt Zeugnisse für die Nutzung ehemaliger Steinbrüche zum Beispiel als Freizeitgelände und als Seen; daneben ist eine komplette Rekultivierung und Rückführung des Geländes an die Land- und Forstwirtschaft möglich. Die beim Abbau und der Verarbeitung anfallenden Reste sind natürliches Gestein und können wirtschaftlich zum Beispiel im Garten- und Landschaftsbau, für Mauerwerk, zum Belegen von Terrassen, für den Wasserbau sowie zur Herstellung von Schotter genutzt werden. Nicht mehr nutzbare Abfälle dienen in Steinbrüchen zum Verfüllen. Alte Bauteile aus Naturstein wurden früher nach dem Abriss eines Bauwerks häufig erneut bearbeitet und verwendet. Sie können daneben ohne Belastung der Umwelt in Steinbrüchen, das heißt an den Orten ihrer Herkunft, deponiert werden. Im gesamten Kreislauf der Naturwerkstein-Gewinnung, -Bearbeitung und -Rückführung an die Natur geht nichts verloren.
 
Heute kommen die Steine zwar aus aller Welt und dennoch bleibt auch bei unterschiedlichsten Herkunftsländern Naturstein ein Baustoff, der Energie sparend transportiert werden kann. Es kommt nur darauf an, Ressourcen schonende Transportsysteme wie Wasser- oder Schienenwege zu nutzen. So kann, trotz der schier unerschöpflichen Vielfalt der Natursteinvorkommen aus aller Welt, die ökologische Belastung durch Transporte als eher gering eingestuft werden. Naturstein ist und bleibt ein Baumaterial mit geringem Gehalt an »grauer Energie« – eine Voraussetzung für seine Nachhaltigkeit.
 
Naturstein gehört zu den langlebigsten Werkstoffen, die zum Bauen zur Verfügung stehen. Naturstein kann auch unter heutigen Umweltbedingungen Gebäuden eine dauerhafte Fassadenoberfläche verleihen und kann hoch beanspruchten Bodenbelägen in Fußgängerzonen, U-Bahn-Stationen und anderen öffentlichen oder privaten Bereichen eine generationenlange Haltbarkeit sichern; und dies bei einer unglaublichen Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten. Haltbarkeit und lange technische Lebensdauer sind Schlüsselbegriffe für die Nachhaltigkeit des Bauens: Baudetails aus Naturstein müssen auch bei einer generationenlangen Nutzung nicht erneuert werden und erübrigen so die störenden Betriebsunterbrechungen, die Erneuerungsarbeiten an kürzerlebigen Alternativen fordern.
 
Ein Kostenvergleich verschiedener Fassadenbekleidungsmaterialien, durchgeführt vom Battelle-Institut in Frankfurt am Main, zeigt, dass Materialien wie Naturwerkstein mit langer Nutzungsdauer trotz höherer Anschaffungskosten vorteilhafter sein können als Materialien mit – niedrigen Anschaffungskosten, die jedoch im Betrachtungszeitraum mehrfach erneuert werden müssen. Die Verwendung von Naturstein führt so – trotz manchmal höherer Investitionskosten zu niedrigeren und häufig zu den niedrigsten Lebenszykluskosten von Gebäuden, Fassaden, Innenausstattungen bis hin zu Geh- und Fahrbelägen. Bei bauökologischer Betrachtung sollten diese Lebenszykluskosten und die über die gesamte Nutzungsdauer eines Gewerkes auftretenden Energie- und Massenströme den Ausschlag für die Bevorzugung eines Bausystems geben. Bausysteme unter Verwendung von Naturstein verdienen bei bauökologischen Analysen in der Regel den Vorzug. Daneben wird deutlich, dass bei einer längerfristigen Betrachtung die geringen Kosten für Reinigung und Pflege von Naturwerkstein wesentlich stärker ins Gewicht fallen als die anfänglichen Beschaffungskosten.
 
Und noch eins macht den Baustoff Naturstein im nachhaltigen Bauen besonders beachtenswert: Naturstein wird – wenn man ihn in Ruhe lässt und nicht ständig mit Bürste und Seife traktiert –  im Alter immer noch schöner. Er patiniert auch nach einer langen Nutzungsperiode geradezu in Würde.