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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

DNV-Mitgliederversammlung zwischen Himmel und Erde dank Backstage-Tour auf dem Kölner Dom

05.07.2019

Die Mitglieder des deutschen Naturwerkstein-Verbandes e.V. tagten am 6. Juli im Hotel Maritim in Köln. Rund 40 Verbandsvertreter zählte die Versammlung. Höhepunkt bot eine Domdachführung in 42 Meter luftiger Höhe mit einem besonderen Blick auf das Unesco Weltkulturerbe.

DNV-Präsident Joachim Grüter berichtete über die wirtschaftliche Lage der deutschen Naturwerksteinindustrie und über die Situation des Verbandes.

Reiner Krug berichtete u.a. über die Anpassung der Beitragsordnung und Satzung für 2019 sowie die EU-Projekte BIMSTONE und SAFEPLACE.

Rund 40 Teilnehmer waren bei der DNV-Mitgliederversammlung vertreten.

Nach dem Mittagessen fand eine Dachführung auf dem Kölner Dom statt.

Für den Bau der Türme wird überwiegend Obernkirchener Sandstein verwendet.

Es folgen Auszüge aus der Rede des Präsidenten über die Lage der Naturwerksteinindustrie und über die Verbandsarbeit des vergangenen Jahres: Die Inlandsproduktion von bearbeiteten Naturwerksteinen im Jahr 2018 ist gegenüber dem Jahr  2017 in der Menge um 3,4 Prozent verringert, jedoch im Wert um 6,4 Prozent gestiegen. Dies deutet auf eine moderate Preissteigerung der heimischen Naturwerksteine hin. Der Inlandsverbrauch an bearbeiteten Naturwerksteinen ist insgesamt im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr in der Menge um 5,4 Prozent und im Wert um 5,1 Prozent gesunken. Insbesondere die Einfuhren bearbeiteter Naturwerksteine sind in der Menge um 7,3 Prozent und im Wert um 11,5 Prozent merklich verringert. Bei den Ausfuhren hat sich die Menge nach erheblichen Rückgängen im Jahr 2017 im Jahr 2018 wieder um 15,3 Prozent, der Wert der Waren um 24,2 Prozent erhöht. Nach wie vor sind die Ausfuhren von bearbeiteten Naturwerksteinen jedoch im Verhältnis zu den Einfuhren sehr gering

Herr Grüter brachte es auf den Punkt: „Zunehmend stehen namhafte Architekten der öden und seelenlosen Glasarchitektur immer kritischer gegenüber. Nach Presseberichten will New York sogar den Neubau von Glashochhäusern aus ökologischen Gründen verbieten. Hier kann der Naturstein die Vorteile seiner Nachhaltigkeit und hervorragenden ökologischen Eigenschaften ausspielen.“

Aus der Kommission „Bautechnik“ berichtete in Vertretung von Herrn Heinrich-Georg Hofmann der Geschäftsführer, Herr Krug, dass die Bautechnische Information BTI 1.2 „Massive Bauteile aus Naturstein“ fertiggestellt wurde. Derzeit wird die neue Bautechnische Information BTI 2.7 „Aufmaß und Abrechnung“ beraten. Diese Bautechnische Information enthält praktische Beispielen zur Abrechnung von Naturwerksteinarbeiten. Weiterhin soll die BTI 3.2 „Reinigung und Pflege“ aktualisiert werden.

In seinem Bericht über die Arbeit der Kommission „Werbung und Öffentlichkeitsarbeit“ berichtete anschließend Herr Marcus Hofmann, dass der bisherige Vorsitzende der Kommission, Herr Frank Peffekoven, von seinen Ämtern zurückgetreten ist. Frau Eva Hippelein und Herr Markus Hofmann haben kommissarisch die Leitung der Kommission übernommen. Die Vorbereitungen zur Auslobung des Deutschen Naturstein-Preises 2020 beginnen in den kommenden Wochen. Projekteinreichungen sind ab 15.09.2019 bis 31.1.2020 möglich.

DNV-Vizepräsident und Leiter der Kommission „Friedhof und Grabmal“, Herr Josef Kusser, berichtete über die bereits 25-jährige fachliche Friedhofs-Rechtsberatung durch Herrn Professor Merke. Mit der im ZDNW gemeinschaftlich getragenen Friedhofsrechtberatung und der Durchsetzung des geltenden Friedhofsrechts besteht für die Steinmetze vor Ort und deren Kunden Planungssicherheit bei der Wahl von Grabmalen und die Möglichkeit eventuell erforderlicher Korrekturen allzu rigider Bestimmungen.

Reiner Krug legte kurzweilig die Arbeit aus der „Berufsbildungskommission“ dar. Das Berufsbild der/s „Naturwerksteinmechanikerin/s“ wird positiv angenommen. Mit dem Angebot eines Dualen Studiums steht eine weitere vorbildliche Berufsausbildung zur Verfügung, die ein Hochschullehre mit der Arbeitspraxis in den Natursteinbetrieben verbindet. Die Berufsschule in Eichstätt wird diesen hohen Ansprüchen gerecht und baut ihr Schulungszentrum weiter aus.

Die Verbandsarbeit betreffend kündigte Reiner Krug eine Anpassung der Beitragsordnung für das Jahr 2019 an: der Beitrag für Ordentliche Mitglieder wird von 1,3 Promille auf 1,5 Promille erhöht; der Beitrag für korporative Mitglieder und fachbezogene Fördermitglieder wird von 0,5 auf 0,6 Promille erhöht; für die Beitragsbemessungsgrenzen gilt ein Mindestumsatz von 1 Million € und ein Höchstumsatz von 20 Millionen €; die Beitragsveranlagung erfolgt auf der Grundlage der testierten Umsatzmeldungen des jeweiligen Vorjahres. Die vorgeschlagene Beitragsordnung 2019 wurde mit einer Gegenstimme angenommen.

Ergänzend dazu wurde eine Überarbeitung der DNV-Satzung mit Reduzierung der Anzahl von Vorständen von bisher 12 bis 16 auf 8 bis 12 Vorstände vorgeschlagen. Weiterhin soll die Bestimmung aus § 14 Nummer 4 der DNV-Satzung gestrichen werden, wonach die Gruppen Bau und Grabmal in gleichem Maße im Vorstand vertreten sein müssen. Die vorgeschlagene Satzungsänderung 2019 wurde ohne Gegenstimme angenommen.

Anschließed folgten Berichte zu den EU-Projekten BIMSTONE und SAFEPLACE von Reiner Krug, bei denen unter der Koordination des DNV von mehreren europäischen Organisationen praxisgerechte Lernmittel und Anwedungshinweise für Naturwerksteinarbeiten erstellt werden.

Nach der Kaffeepause referierte Claudia Bayerl, Marketingexpertin und Herausgeberin der Textfibel für verständliche BAU-Texte, zum Thema „Online Kunden gewinnen und für die Naturstein-Branche binden“.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen fand eine Führung auf dem Dach des Kölner Doms statt. Heute sind am Dom etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt. Die größte Gruppe sind die Steinmetzen, deren Schwerpunkt in der Steinerneuerung liegt. Es sind mittlerweile am Dom rund vierzig verschiedene Steinarten verbaut worden. Für den Bau der Türme wird überwiegend Obernkirchener Sandstein verwendet, auch wenn das Steinmaterial des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg vorwiegend Londorfer Basaltlava war.

Der Dom ist eines der meistbesuchten Touristenziele in Deutschland und das Wahrzeichen von Köln – 157 Meter hoch, 140 Meter lang, 80 Meter breit. Nach seiner 632-jährigen Bauzeit konnte es im Jahr 1880 fertiggestellt werden. 20.000 Besucher erleben täglich den Kölner Dom. Seit 1996 gehört er zum Unesco Weltkulturerbe.

>> Alle Unterlagen zur Mitgliedschaft können Sie hier nachlesen.
 

Die nächste Mitgliederversammlung findet am 27. Juni 2020 in Würzburg statt.

 

Ansprechpartner Presse:
Dipl.-Betr.wirtin (FH) Jana Kern
info@natursteinverband.de
Tel.: 0931 / 12061