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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

Nominierte Kategorie B

Platz am Scharf Eck Winkel, Fridingen
w+p Landschaften Hans-Jörg Wöhrle BDLA DWB, Berlin

Foto: Hans-Jörg Wöhrle, Schiltach

Faszinierend ist an dieser sauberen, schlichten und vor allem präzisen Arbeit, dass hier der Naturstein mit einer - leider viel zu selten erlebten - Selbstverständlichkeit verwendet wird. Ergänzend kommt hinzu: Der Stein wurde in der nächsten Umgebung gebrochen und kommt eben nicht – wie bei öffentlichen Bauten heutzutage zu oft – von weit her, aus anderen Kontinenten. Damit entspricht das hier angewandte Vorgehen zugleich exakt den internationalen Vorgaben zur Schonung von Energie und Ressourcen; es setzt gleichzeitig die natürlich gelebten Bautraditionen fort und bildet dadurch – fast wie von selbst - auch eine denkmalgerechte Lösung.
Vorbildlich ist auch das unaufdringliche Variieren von Formaten und Oberflächenbehandlungen, die erfrischend die zentrale Stelle dieses Ortes beleben.


IBK-Platzgestaltung Maria-Theresia-Straße, Innsbruck, Österreich
AllesWirdGut Architektur ZT GmbH, Wien, Österreich

Foto: Hertha Hurnaus, Wien

Ein kraftvoller städtischer Raum, Sequenzen ausdrucksvoller Fassaden und die Präsenz von Geschichte bilden die Ausgangslage für das Projekt Neugestaltung Maria-Theresia-Straße. Die Jury würdigt dabei den sensiblen und vielschichtigen Umgang mit dem Kontext. Es wird durch Behandlung und Deklination des Platzbelags ein neues Beziehungsnetz aufgebaut, das die vorhandenen Inhalte ergänzt, um neue Lesarten erweitert und eine neue Ebene der Wahrnehmung städtischen Raums zugänglich macht. Durch den differenzierten Materialeinsatz mit unter anderem vier verschiedenen österreichischen Granitarten und durch die Überlagerungen der Geometrien entsteht eine ebenso komplexe, vielschichtige wie homogene, städtische Oberfläche. Durch die Verwendung hochwertiger Materialien wie Naturstein und Messing wird der Ort zugleich nachhaltig aufgewertet und damit die Bedeutung des städtischen Raumes  überzeugend unterstrichen. Die reiche Sprachlichkeit des gewählten Vokabulars mit Ausbauelementen in Messing, teppichartig verlegten Natursteinfeldern und punktuellen Intarsien nimmt einen angemessenen Dialog auf und verdichtet die urbane Atmosphäre. Das ist ein beispielhafter Umgang mit einer bestehenden, prägnanten Stadtstruktur und deren zeitgemäße Weiterentwicklung und Interpretation, auch auf einem handwerklich hohen Niveau. Ein Projekt, das in der Lage ist, die Kontinuität  und Bedeutung des städtischen Raumes überzeugend und sinnlich erfahrbar zu vertreten.

Die Nominierten

Kategorie A
  • Kröpcke-Center, Hannover

  • LWL-Museum, Münster
  • Taunus Turm, Frankfurt am Main

  • Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main
  • Sebald-Kontore, Nürnberg
 Kategorie B
  • Platz am Scharf Eck Winkel, Fridingen
  • IBK-Platzgestaltung Maria-Theresia-Straße, Innsbruck
Kategorie C
  • Wiederaufbau Dresdner Schloss, Schlosskapelle – Rekonstruktion Schlingrippengewölbe, Dresden
  • Büro- u. Geschäftshaus „FortySeven & Co.“, Frankfurt am Main
Kategorie D
  • Wohnhaus in Sent, Schweiz
  • Villa in Kronberg