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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

Besondere Anerkennung Kategorie B

Neugestaltung der Mainuferpromenade Miltenberg mit integriertem ­Hochwasserschutz, Miltenberg
Holl Wieden Partnerschaft, Würzburg

Foto: Hagen Fotografie, Bamberg

Mit ihrem Mainufer verfügt die Stadt Miltenberg über eine Abfolge von Freiräumen, die die ganze Dynamik von Flusslandschaften bzw. Städten am Fluss zeigen: Zum einen die Belastung durch Hochwasser bzw. notwendige Einrichtungen zum Schutz dagegen, zum anderen ein reiches Angebot an attraktiven Aufenthaltsbereichen mit starker örtlicher Identität. Gerade letztere wird nach Auffassung der Jury durch die Neugestaltung des Hochwasserschutzes und der Promenade in besonderer Weise herausgearbeitet.
Die Verwendung des lokaltypischen Mainsandsteins in seinen changierenden Rottönen spielt dabei eine wesentliche Rolle und verleiht dem zeitgenössisch gestalteten Ort hohe Authentizität. Besonders positiv beurteilt die Jury die -innerhalb dieser konsequenten Materialität- gelungene Neuschaffung differenzierter Räume und Elemente: Die Promenade folgt dem Lauf des Untermains und wird abschnittsweise von Sitzbänken und Sitzstufen begleitet, das „Flussforum“  bietet einen direkten Zugang zum Wasser und macht die Stadt-Fluss-Beziehung wieder erlebbar, – durch ein entsprechendes Beleuchtungskonzept auch in den Abend- und Nachtstunden. Die skulpturale Interpretation der Hochwasserschutzmauern integriert diese ins Gesamtbild und verbindet Form und Funktion in gelungener Weise.
In ihrer Konsequenz und solider Detailentwicklung zeigt die Arbeit beispielhaft die gestalterische Bedeutung und die funktionale Leistungsfähigkeit regionaltypischer Natursteine für die Freiraumgestaltung, gerade auch im ständigen Einflussbereich von Naturereignissen wie Hochwasser.


Klosterhof Benedictinerabtei Ettal
w+p Landschaften, Hans-Jörg Wöhrle, Freier Landschaftsarchitekt, Berlin, Offenburg, Schiltach

Foto: Olaf Herzog, Waldkirch

Die gestalterische Absicht der Arbeit, die imposante Kulisse des Klosterhofes wieder in die Mitte zu rücken, gelingt nach Ansicht der Jury ganz hervorragend. Der richtungslos verlegte Bodenbelag aus regionalem Natursteinpflaster bildet eine homogene Matrix für die symmetrisch-achsial auf den prägenden Bau der Basilika ausgerichteten Intarsien der „Wiesenquadrate“, deren elegante Rahmung aus erhöhten Kanten und Plattenbändern über die rein gestalterische Funktion hinaus Besucher und Benutzer gleichermaßen leitet und zum Sitzen und Verweilen einlädt.
Die Topographie des Ortes wird angemessen herausgearbeitet. Die Anforderungen an die Barrierefreiheit werden dabei durch eine harmonisch eingepasste, harmlos und schlüssig wirkende Wegeverbindung erfüllt. Die sorgfältig in Belag und Gelände integrierte Freitreppe vor dem Westportal gibt sich bescheiden und nobel gleichermaßen: einerseits ist sie aus allen und in alle Richtungen nutzbar, andererseits zeichnet sie den Grundriss der Kirche nach und wird dabei zur Bühne für deren imposanten Auftritt.
Der überzeugende bauliche Entwurf aus Natursteinmaterialien der Region wird durch das sensible Bepflanzungskonzept mit unterschiedlich wirkenden Vegetationstypologien, – Baumreihen, Mispelhain und Rosenhang-, und einer authentisch wirkenden Artenauswahl bestmöglich in Szene gesetzt. Ganz selbstverständlich entstehen vielfältig nutzbare Räume und differenzierte Atmosphären, die der Würde des Ortes Rechnung tragen. Das Projekt zeigt beispielhaft die gelungene Interaktion von Naturstein und Grün, von Freiraum und Architektur.


Krönungsweg Pergola, Dom Römer Areal, Frankfurt am Main
Jourdan & Müller Steinhauser – PAS GmbH, Frankfurt; Professor Francesco Collotti, architetto, Milano, Italien

Foto: Jourdan & Müller Steinhauser – PAS GmbH, Frankfurt

Mit der Besondere Anerkennung würdigt die Jury die Idee, mit einer zeitgenössisch gestalteten Intervention Stadtgeschichte zu interpretieren und gleichzeitig stadträumliche Qualitäten neu zu definieren. Das dem klassischen Motiv der Pergola nachempfundene Bauelement zeichnet die Kontur der verloren gegangenen südlichen Bebauung am historischen Krönungsweg nach und macht diesen dadurch wieder deutlicher erlebbar. Gleichzeitig gelingt es, die hier bestehende bauliche Kante mit einem Höhenunterschied von bis zu etwa zwei Metern durch ortstypische Materialität und Detailgestaltung wie selbstverständlich in das historische Ensemble einzubinden, ohne auf eine selbstbewusste, gestalterische Eigenständigkeit zu verzichten.
Die solide Verarbeitung der Naturwerkstücke aus Neckartäler Hartsandstein zu Mauerwerk und den monolithisch wirkenden Pfeilern und Trägern der Pergola würdigt die Bedeutung des Ortes. Die ­Verwendung des Natursteins wirkt nachgerade zwingend und zeigt beispielhafte handwerkliche Qualität.  
Durch eine klare Fassung des Stadtraums, konsequente Materialauswahl und sorgfältig entwickelte Detaillösungen schafft die Krönungsweg-Pergola einen Ort mit hohem Wiedererkennungswert im Frankfurter Dom / Römer-Areal. Als räumlicher Abschluss des terrassenartig erhöhten Schirn-Plateaus verspricht sie gleichzeitig urbane Aufenthaltsqualität und vielfältiges Interaktionspotenzial zwischen beiden Ebenen.

Besondere Anerkennungen

Kategorie A
  • Grimmwelt Kassel

  • Besucherhaus Hambacher Schloss, Neustadt an der Weinstraße
  • Fassade Hainspitze, Leipzig

  • Bundesministerium des Innern, Berlin
  • Berlin.Stresemann.Quartier, Berlin
 Kategorie B
  • Neugestaltung der Mainuferpromenade mit Hochwasserschutz, Miltenberg
  • Klosterhof Benedictinerabtei Ettal
  • Krönungsweg Pergola, Dom Römer Areal, Frankfurt am Main
Kategorie C
  • Staatliches Museum für Archäologie, Chemnitz (smac)
  • Palais Holler, Berlin
  • Goldene Waage – Dom Römer Areal, Frankfurt am Main
Kategorie D
  • Steinhaus in Vicosoprano, Schweiz
  • VILLA V KUBUS², Rösrath
  • GUARDIAN – Berlin Mitte