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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

Besondere Anerkennung Kategorie C

Staatliches Museum für Archäologie, Chemnitz (smac)
Auer Weber, Stuttgart und Knerer und Lang, Dresden

Foto: Roland Halbe, Stuttgart

Es ist faszinierend, ein Stück klassische Moderne wieder in seinem Glanz zu sehen.  
Lange unterlassene Sanierungen oder auch Mangel an materiellen Möglichkeiten hatten lange am Bestand des 1927 bis 1930 erbauten Kaufhauses „Schocken“ Chemnitz genagt. Erst die Nutzung als Museum für Archäologie hatte die Möglichkeit eröffnet, im Sinne des Architekten Erich Mendelsohn seine ursprüngliche Intension wieder aufleben zu lassen. Umso wichtiger war es in dem stark kriegszerstörten Zentrumsbereich von Chemnitz ein so wichtiges Denkmal des modernen Bauens zu erhalten und vorbildlich zu sanieren.
Das transparente Erdgeschoss mit seiner gebogenen Fassade zum Stadtraum dient als Foyer. Die darauf folgenden stringent bänderartigen Geschosse in ihrer unverkennbaren  Krümmung stellten eine besondere Herausforderung bei der Sanierung der historischen Fassade dar.
Denkmalgerechte Sanierung bedeutet hier die Proportion der Verteilung von Glas- und Natursteinflächen im Einklang mit der gebogenen Fassade zu bewältigen. Sehr intensiv wurde um die zum großen Teil verloren gegangene Natursteinfassade gerungen - waren doch das originale Erscheinungsbild gekoppelt mit den neuen Anforderungen an Bauphysik und Befestigungsstandards zu lösen. Als konsequent erscheint es daher, zur Fassadensanierung Stein aus bauzeitlich belegbaren Brüchen zu verwenden. Eine Reaktivierung des Steinbruchs konnte somit mit dem wieder entstandenen Glanz der Fassade gekrönt werden. Die Verarbeitung des Steines schafft für das ehemalige Kaufhaus „Schocken“ eine „wiedererlangte“ Strahlkraft, die der Innenstadt Chemnitz gerade recht sein sollte.
Mit der Umnutzung des Gebäudes zum Museum für Archäologie wurde ein gelungener Anziehungspunkt für Besucher der Stadt geschaffen, der mit seiner Fassade brilliert. Eine nachhaltige Nutzung für ein bedeutsames Baudenkmal wurde vorbildlich umgesetzt.


Palais Holler, Berlin
Nöfer Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Foto: Maximilian Meisse, Berlin

Das fünfgeschossige Geschäftshaus passt sich mit seinem steinernen Kleid hervorragend in die umliegende Nachbarbebauung aus der Gründerzeit ein.
Das Gebäude mit seinen zahlreichen massiven Steindetails evoziert die Sehnsucht nach einer tradierten Baukultur.
Die sorgfältige Detailierung und die Massivität der Natursteinarbeiten erzeugen eine emotionale Geladenheit, die innerhalb der Jury kontrovers diskutiert wurde. Zweifellos besteht jedoch eine hohe handwerkliche Qualität der komplexen Steinfassade, die dem Anspruch des außergewöhnlichen Geschäftshauses entspricht.


Goldene Waage – Dom Römer Areal, Frankfurt am Main
Jourdan & Müller Steinhauser – PAS GmbH, Frankfurt

Foto: Jourdan & Müller Steinhauser – PAS GmbH, Frankfurt

Die Rekonstruktion eines 1944 zerstörten Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert schafft in Frankfurt/Main nach Jahrzehnten der Diskussion wiedergewonnene Qualität - es ist Bestandteil des DOM RÖMER AREALS. Grundlage für die Wiederherstellung bildeten intensive Recherchen der Kunst- und Bauhistoriker.
Sehr anschaulich wird vor Augen geführt, was durch moderne Computertechnik an zerstörten Details und Kunstwerken wieder entstehen kann. Gepaart mit historischer Detailkenntnis wurde erreicht, Verlorenes wiederentstehen zu lassen. Dabei ist es gelungen, die rekonstruierten denkmalpflegerischen Elemente in die historische Grundrissstruktur zu integrieren und nicht nur plakativ zu verwenden.
Bemerkenswert ist, dass das Wiederentstehen einer Hausstruktur des 17. Jahrhunderts mit heutigem Vorschriftenwerk – statisch wie brandschutztechnisch – gelingen konnte. Gepaart mit moderner zeitgemäßer Nutzung wurde ein bemerkenswertes Beispiel von Stadtreparatur entwickelt.
Vorbildlich realisiert ist die handwerkliche Umsetzung der modernen denkmalpflegerischen Rekonstruktionen in ihrer Komplexität bei der Wiederherstellung von Fachwerkkonstruktionen in Kombination mit Naturstein als Pfeiler, Säulen, Stützen und Maßwerk.
Die künstlerische Note des Wiederaufbaus in ihrer Detailliertheit muss hier gesondert hervorgehoben werden – alte Technik neu umgesetzt – mit einem überzeugendem Ergebnis. Die Ernsthaftigkeit der Umsetzung kann als mutiges Beispiel dienen.

Besondere Anerkennungen

Kategorie A
  • Grimmwelt Kassel

  • Besucherhaus Hambacher Schloss, Neustadt an der Weinstraße
  • Fassade Hainspitze, Leipzig

  • Bundesministerium des Innern, Berlin
  • Berlin.Stresemann.Quartier, Berlin
 Kategorie B
  • Neugestaltung der Mainuferpromenade mit Hochwasserschutz, Miltenberg
  • Klosterhof Benedictinerabtei Ettal
  • Krönungsweg Pergola, Dom Römer Areal, Frankfurt am Main
Kategorie C
  • Staatliches Museum für Archäologie, Chemnitz (smac)
  • Palais Holler, Berlin
  • Goldene Waage – Dom Römer Areal, Frankfurt am Main
Kategorie D
  • Steinhaus in Vicosoprano, Schweiz
  • VILLA V KUBUS², Rösrath
  • GUARDIAN – Berlin Mitte