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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.

DNP 2018 – Sieger Kategorie B

Landschaftsbau und Freiraumgestaltung

Neugestaltung Markt und angrenzende Bereiche,
Bad Lauchstädt
WES LandschaftsArchitektur mit H.-H. Krafft;
Kooperationspartner: Ingenieure RINNE & PARTNER /
Dirk Godehardt (Straßenbau) und Michael Zech
Berlin und Hamburg

Fotos: Helge Mundt, Hamburg

Nach der Beurteilung der Jury gelingt es dem Entwurf hervorragend, die geschichtliche Bedeutung Bad Lauchstädts als vielbesuchter Kurort wieder spürbar zu machen und die nach wie vor bestehenden hohen Potenziale des Orts herauszuarbeiten. Besonders lobenswert erscheint dabei die nachhaltige, ressourcenschonende Herangehensweise und der Verzicht auf Spektakuläres.
Die neu gestaltete Marktplatzfläche aus ortstypischem Gomeraner Quarzitpflaster in verschiedenen Formaten vereint die bestehenden Gebäude zu einem schlüssigen Stadtgefüge, ohne dabei zeitgemäße Anforderungen an Barrierefreiheit bzw. komfortable Begehbarkeit oder Oberflächenentwässerung zu vernachlässigen. Die hierfür neu entwickelten Flachborde und Muldensteine aus farblich passendem Granit fügen sich harmonisch ins Gesamtbild ein und reduzieren eine funktional notwendige Platzgliederung auf ein Minimum. Der neu entstandene Stadtraum ist dadurch weit mehr als eine Verkehrsfläche zwischen Häusern und verbindet als zentraler, vielfältig nutzbarer Begegnungs- und Lebensraum die übrigen Identifikationsorte der Stadt wie Schloss, Kurpark und Goethetheater.
Ganz besonders beeindruckt dabei die große planerische, organisatorische und handwerkliche Sorgfalt, die bei der Wiederverwendung des bestehenden, in der Passe verlegten Pflasters an den Tag gelegt wurde: Die teilweise polygonalen und ­trapezförmigen Steine wurden aufgenommen, sortiert, geschnitten und in der regionaltypischen Verlegeart wieder eingebaut. Nach Auffassung der Jury zeigt diese Vorgehensweise beispielhaft, dass Naturwerksteine ihre Funktion über Jahrhunderte erfüllen können, ohne dass ihre Gestaltqualität oder ihre technische Eignung dabei verloren geht. Trotzdem verleihen das spontan wirkende Fugenbild und die vielfältigen, außerhalb normativer Regelungen liegenden Steinformate den neu verlegten Flächen einen vielerorts vermissten Charme des Imperfekten.
Insgesamt wurde ein erheblicher Mehrwert mit durchweg angemessenen Mitteln erreicht. Die Arbeit zeigt eindrucksvoll, beispielhaft und nach Ansicht der Jury preiswürdig, wie Erneuern und Bewahren erfolgreich zusammenwirken können, sowohl zur Steigerung der Gestaltqualität und Identifikation als auch zur Verbesserung der erforderlichen Funktionalität.

Dokumentation zum Deutschen Naturstein-Preis 2018

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Dokumentation Deutscher Naturstein-Preis 2018

Die Preisträger

Deutscher Natursteinpreis und 
Sieger Kategorie A

Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten

Neubau Historisches Museum, Frankfurt

Sieger Kategorie B

Landschaftsbau und Freiraumgestaltung

Neugestaltung Markt und angrenzende Bereiche, Bad Lauchstädt

Sieger Kategorie C

Massive Bauteile und Bauen im Bestand

Museum Barberini, Potsdam

Sieger Kategorie D

Ein- und Mehrfamilienhäuser

Schwabinger Tor N10, München