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Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V.
Seminarkirche Priesterseminar Paderborn
Bieling Architekten AG, Hamburg

Foto: Benjamin Zweig, Kassel

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie mit Naturstein sakrale Atmosphäre im Innenraum geschaffen wird. Die massiven Natursteinwände im Innenraum der Kirche grenzen geschickt den Beichtraum vom gesamten Kirchenraum ab und ergeben gleichzeitig einen interessanten Hintergrund für den Altar. Die scheinbar spielerische Anordnung der Steinquader ergibt interessante Motive und lässt Licht durchscheinen. Es ergibt sich eine Leichtigkeit und Modernisierung des christlichen Innenraums. Viele Elemente des kirchlichen Gebrauchs sind ebenso im gleichen Stein ausgeführt. Dadurch fügt sich alles in ein harmonisches Gesamtbild. Die unterschiedlich handwerkliche Bearbeitung des Dietfurter Kalksteines ergibt immer wieder andere Optiken. Ein konsequenter Entwurf schafft hohe Funktionalität auf kleiner Fläche. Das Tageslicht und die künstliche Beleuchtung ergänzen sich und geben mit der Deckenkonstruktion imposante und unterschiedliche Stimmungen, je nach Tageszeit. Die Technik bleibt für den Besucher nahezu unsichtbar. Raumhohe Türen unterstützen die erhabene Raumwirkung des massiven Baumaterials. Der helle Stein spielt auch mit allen Schattierungen und wird harmonisch mit anderen Materialien ergänzt. Das Ganze mutet an, wie ein Spiel aus Licht und Schatten. 


Wehrhahncenter Düsseldorf
O&O Baukunst, Berlin

Foto: Stefan Müller, Berlin

Die Jury würdigt hier eine überaus gelungene Revitalisierung eines Gebäudes aus den 1980er Jahren. Eine Bauaufgabe welche im Sinne des klimagerechten Bauens zukünftig noch mehr an Bedeutung gewinnen wird und dieses Projekt damit beispielhaft macht. Das neu gestaltete Gebäude wird auch seiner städtebaulichen Aufgabe gerecht, kraftvoll und mit einer klaren Kubatur tritt das Eckhaus in Erscheinung. Die als Büros genutzten Obergeschosse werden ihrer Nutzung entsprechend mit Glasbändern versehen, welche durch Natursteinbrüstungen gefasst werden. Die so erzeugte Bänderung der oberen Etagen wirkt sich wohltuend auf das prägnante Erscheinungsbild des Gebäudes aus. Das Sockelgeschoss reagiert in seiner Ausbildung in vorbildlicher Weise auf seine Nutzungen und Aufgaben. Rücksprünge bilden Vordächer und Eingänge aus. Massive, profilierte Natursteinstützen umfassen die Eingänge und wirken adressbildend. Materialität und Qualität der Fassade finden im Inneren des Gebäudes in der Belags- und Wandgestaltung der Eingangsbereiche ihre Entsprechung. Ein im besten Sinne nachhaltiges Projekt, welches die bestehenden Strukturen nutzt und mit einer hochwertigen und langlebigen Fassade aus Kalkstein zukunftsfähig macht.


Wiesbadener Palais
Max Dudler, Berlin

Foto: Stefan Müller, Berlin

Mit der zunehmenden innerstädtischen Verdichtung ist vielerorts auch die Aufstockung vorhandener Gebäude wieder zu einem Thema geworden. Die bauliche Ergänzung des Wiesbadener Palais löst diese Aufgabe nicht nur in funktionaler Hinsicht, vielmehr ist das neu aufgesetzte 4. Obergeschoß in einer sehr schlüssigen Weise aus dem vorhandenen Baukörper entwickelt worden. Es nimmt Gliederung und Charakter des historischen Gebäudes in subtiler Weise auf, ohne sich selbst als eine zeitgenössische Hinzufügung zu verleugnen. Sowohl die Proportionalität als auch der Rhythmus der Fassade greifen charakteristische Merkmale des Bauwerkes auf und fügen Alt und Neu zusammen. Ebenso ist dieser Anspruch in der sehr feinfühlig entwickelten Plastizität spürbar. Die einzelnen Elemente verbinden sich zu einer wohltuend harmonischen Einheit. Besonders hervorzuheben ist, dass auch die Rückseite des Gebäudes in gleicher Qualität entwickelt wurde. Die aus Mainsandstein bestehende Fassade des Altbaus wurde gereinigt und in ihrer eleganten Materialität wieder voll zur Geltung gebracht. Mit der Verwendung dieses Steines auch bei den ergänzenden Gebäudeteilen wird der Gedanke eines nachhaltigen Bauens verfolgt, indem ein ortstypischer Naturstein verwendet wird. Zudem wird damit eine bauliche Kontinuität ausgedrückt, die den Respekt vor dem Bestehenden zum Ausdruck bringt und den Stein als ein sehr dauerhaftes und hochwertiges Material nochmals verwendet.

Besondere Anerkennungen

Kategorie A
  • Geschäfts- und Bürohaus Weinstraße 6, München
  • Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer, Poing
  • City Gate, Bremen
  • Museums- und Kulturforum, Arnsberg
  • Büro und Verwaltungsgebäude Pappelallee, Potsdam
  • Büro- und Geschäftshaus Goethestraße 34, Frankfurt 
Kategorie B
  • Wohnhaus Braubachstraße 23, Frankfurt
  • Gewerbe- und Wohnhaus Zürichsee-Gut, Stäfa (Schweiz)
  • Steinhaus in Surlej, Schweiz
  • Dom Römer Braubachstraße 29, Frankfurt am Main
Kategorie C
  • Seminarkirche Priesterseminar, Paderborn
  • Wehrhahncenter Düsseldorf
  • Wiesbadener Palais